Lützowufer

Berlin

Das kleinere Gebäude bildet den Auftakt der Anlage. Seine transluzente Fassade ist schon vom Lützowufer aus sichtbar und empfängt Bewohnende am Abend mit einem einladenden Leuchten.

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Die Komposition aus zwei Bauten folgt dem polygonalen Grundstück. Respektvoll wird so die Unabhängigkeit der IBA-Häuser und ihrer Gartenanlage bewahrt.

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Über den Vorplatz und die Eingangshalle gelangen die Bewohnenden mit Blick auf den verwunschenen Garten zu ihren Aufzügen. Parallel dazu schmiegen sich gewendelte, klirrend schimmernde Fluchttreppen an die Fassade —als rankten sie aus dem Garten in die Höhe.

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Die spontane Flucht aus der Wohnung über die aussenliegenden Treppen kann auch ohne Brandfall nützlich sein: nur kurz eine Zigarette rauchen und dabei den Nachbarn kennenlernen.

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Strukturelle Einfachheit und räumlicher Reichtum: Geschickt angeordnete Wandscheiben formen eine fließende Raumfolge und lassen Spielraum für unterschiedliche Bewegungsmuster.

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Die Baukörper suchen die Nähe zu den gewerblichen Hofgebäuden in der Nachbarschaft – in der Setzung wie im Ausdruck. Eine großformatige, äußere Schale in Beton wird aufgebrochen und zum Einnisten vorbereitet.

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Das fein justierbare Schalten und Öffnen von Raumsegmenten macht die Wohnung anpassungsfähig: Sowohl eine klare Trennung von Schlafen, Kochen, Essen und Wohnen als auch das offene Loft sind möglich. 

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Das Schrägstellen der Öffnungen erzeugt Durchblicke und fließende Übergänge. Die tiefen Wohnungen wirken so grosszügig und weitläufig. Schlafräume ziehen sich mit nur geringem Fassadenanschluss ins Innere der Wohnung zurück und schenken den luxuriösen Bädern direktes Tageslicht.

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Exklusiv und informell

Ein wilder Garten, verborgen hinter einer Reihe IBA-Punkthäuser von 1987. Unscheinbar und schluchtartig verbindet lediglich eine Zufahrt diesen Ort mit der Stadt. Die Intensität des Verwunschenen gepaart mit der Diskretion der zweiten Reihe werden ausgespielt für exklusives Wohnen. Zwei neue Gebäude fügen sich behutsam ein: Der kleinere Baukörper schliesst eine aus Brandwänden gebildete Ecke und eine langgestreckte Gebäudefigur setzt sich frei in den Hofraum des Stadtgevierts. 

Wo verläuft die Grenzziehung zwischen öffentlicher und privater Sphäre in diesem Kontext? Als primäre Erschließung verbinden Aufzüge die Eingangshallen und die Tiefgarage direkt mit der Wohnung. Nahezu schwellenlos aber höchst individualisiert gelangt man aus den halböffentlichen Bereichen direkt ins Private. Die Exklusivität des Hofes springt auf die Häuser über. Doch es existiert noch eine sekundäre Erschließung: Auf das Notwendigste reduziert, verbinden außenliegende metallisch schimmernde Fluchttreppen und –balkone die Wohnungen untereinander. Informelle Wegebeziehungen durchdringen das Haus auf subversive Art.

 

Hofbebauung Lützowufer

4. Rang, selektiver Projektwettbewerb, 2017, Berlin (D)

Donet Schäfer Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit Weyell Zipse Architekten

Auftraggeberin: Euroboden GmbH